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Sleep Phaser v2: Test und Teardown

Sleep Phaser v2 Nachtlicht auf dem Nachttisch

Schon seit Jahren nutze ich den schlauen Wecker Sleep as Android. Jetzt habe ich mir den Sleep Phaser v2 gekauft. Das ist eine kleine Nachttischlampe mit eingebauter (Infrarot) Sensorik zum Schlaftracking und Bluetooth Anbindung ans Telefon.

In der Anfangszeit habe ich das Telefon auf der Matratze liegen gehabt, als Sensor. Das funktionierte zwar einigermaßen, aber das Telefon fällt dabei gerne mal hinters Bett. Außerdem ist die Empfindlichkeit gar nicht so gut. Die nächstbeste Variante ist das seit 1-2 Jahren verfügbare Sonar-Tracking, bei dem Ultraschall Geräusche erzeugt werden, die – über die Decke reflektiert – dann vom Mikrofon aufgenommen und genutzt werden können. Das funktioniert sogar erstaunlich gut. So gut sogar, dass er teilweise die Atemfrequenz messen kann – das aber auch nur teilweise. Letzteres verträgt sich aber gar nicht so gut mit Musikhören, da er die Lautsprecher-Lautstärke anpasst und dabei auch gerne mal Bluetooth Geräte oder nen Chromecast erwischt. Sehr zum Leidwesen der Nachbarn. Relativ gut funktioniert auch das das Tracking per Smartwatch, allerdings soll die nachts laden…

Herzlich Willkommen, Sleep Phaser v2

Das hat mich dazu bewogen, mir den Sleep Phaser v2 zu kaufen. Der v1 war ohnehin nicht mehr lieferbar. Beim Auspacken fällt direkt auf, wie leicht das Gerät ist. Im Prinzip ist das auch nur eine leere Plastikhülle als Diffusor für die LEDs, mit etwas Technik im Boden. Und auch von letzterer erwarte ich nur ein Bluetooth (LE?) Modul, und etwas Microcontrollerartigem, dass die analogen Messsignale analysiert und digital via Bluetooth verschickt. Verarbeitung ist okay’ish, die Gummifüße unter der Bodenplatte sorgen für einen sicheren Stand, das propietäre USB-Kabel reicht für mich so gerade, das könnte in anderen Setups ein Problem darstellen.

Sleep Phaser v2 auf dem Nachttisch mit SmartWatch
Sleep Phaser v2 auf dem Nachttisch mit SmartWatch

Das Gerät lagert die Messelektronik in ein Device aus, das auf dem Nachttisch steht. Es sieht so aus, als sei in dem Gerät eine IR LED und ein IR-Sensor verbaut. Gepaart mit der Funktion als Nachtlicht wars mir es wert, das Gerät für knapp 60€ zu bestellen. Betrieben werden kann es mit einem propietären USB auf Hohlstecker-Kabel oder mit 3 AAA Batterien. Letzteres soll laut Doku für knapp 2 Tage reichen. Auf der Oberseite ist eine kapazitive Touchfläche, mit der man das Nachtlicht ein- und durch die Lichtmodi (rot, warmes Licht, weißes Licht) durchschalten kann. Für Partner interessant, man kann 2 Geräte miteinander sprechen lassen, um Bewegungen des Partners herausfiltern zu können. Hierzu empfiehlt sich das das “DUAL” Bundle.

Einrichtung in Sleep as Android

Die Einrichtung fand ich etwas kompliziert, obwohl der Ort “Smartlight” unter Einstellungen eigentlich logisch erscheint. Allerdings kann nur ein externes Gerät als Tracker verwendet werden. Insofern musste ich die Smartwatch zuvor dekonfigurieren. Ist das Gerät eingeschaltet, findet es “Sleep as Android” automatisch und verbindet sich, nun müssen nur noch die gewünschten Funktionen eingeschaltet werden.

Einstellungsdialog unter Smartlight von Sleep as Androind

Erste Ergebnisse

Sleep as Android mit durch Sleep Phaser v2 getracktem Schlaf

Ja, watt soll ich sagen. Es tut, was es soll. In der Präzision wie es beworben wurde. Und Licht macht es auch. Die Messung scheint so präzise zu sein, dass er über die ganze Nacht hinweg zuverlässig die Atemfrequenz ermitteln kann und er warnt mich in der Schlafauswertung auch tatsächlich vor Atemaussetzern. Dem sollte ich mal nachgehen. (Es gäbe da zusätzlich auch noch Sensorik mit Oximetrie.)

Voiding warranties once again

Jetzt wollte ich aber doch ganz gerne noch mal einen Blick in den Sleep Phaser hineinwerfen. Allein schon um meine Vermutung mit der Realität abzugleichen. Im Boden ist ein kreisrundes Modul eingelassen, welches aus dem Batteriefach und darauf der Elektronik besteht. Es wird durch 2 kleine Schrauben befestigt, eine davon ist von einem Sticker verdeckt, der sich bei Entfernung selbst zerstört. So etwas hat mich ja noch nie aufgehalten…

Nachdem die beiden Schrauben raus sind, kann man den Zylinder vorsichtig ein Stück weit herausziehen. Allerdings hat man nicht viel Spiel, weil der Touchbutton an der Oberfläche mit einem sehr dünnen Drähtchen mit der Platine verbunden ist. Geht man hier mit etwas zu viel Kraft ran, wird der wohl reißen. Eine Reparatur ist aufgrund des geringen Spiels dann ebenfalls etwas komplizierter. Aber natürlich muss es nur leitend verbunden sein, somit könnte man das Drähtchen auch durch ein längeres ersetzen.

Davon abgesehen, gab es keine weiteren Überaschungen. Ein Bluetooth Modul von der Stande, ein bisschen Spannungsregelung und ein ATMEL Mikrocontroller. Mehr braucht es nicht, mehr gibt es nicht.

Top oder Flop?

Die verbauten Komponenten/Materialien rechtfertigen den Verkaufspreis keinesfalls. Das ist feinstes Chinesium im Wert von bestenfalls 15€. Aber es funktioniert. Und der Urbandroid Entwickler, der seine App seit Jahren pflegt, patcht und ständig erweitert will (und soll) auch etwas verdienen. Ich musste mir die lediglich ein paar € billige App nur einmal kaufen und hatte nie wieder Kosten durch sie. Und die Tschechen die das Teil vertreiben, machen das ja auch nicht umsonst. Und am Ende des Tages ist der Sleep Phaser ein “Luxus-Gadget”. Braucht man nicht wirklich, ist aber nice-to-have, aber man unterstützt einen großartigen Entwickler. Und für das Gesamtpaket finde ich den Preis eigentlich ziemlich ok.

Achtung: In irgendeinem Forum habe ich gelesen, dass es für das Gerät noch eine dedizierte App gibt, für die Farbsteuerung oder so. MIt dieser App soll man auch die Firmware aktualisieren können. Das hat in diesem Fall wohl das Gerät gebricked. Ich habe es nicht getestet, weil ich keine Partybeleuchtung neben dem Bett brauche und die Firmware offensichtlich für mich funktioniert.

Autor

Seit Kindheitstagen ist der Computer sein Begleiter. Was mit Linux anfing, wurde 2005 ein/e Beruf/ung, die weit über den Arbeitsplatz hinausgeht. Durch stetige Weiterentwicklung fasste er auch im *BSD Segment Fuß und bietet mittlerweile professionelle Lösungen im Bereich Hosting, Networking und Infrastruktur an. Als Ausgleich beschäftigt er sich neben Computerspielen mit der Fotografie.

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