Das Leben Events Umweltschutz

CO2 neutral zum 36C3

Alle Jahre wieder ist Congress-Zeit. Die wohlige Hackerzeit zwischen Weihnachten und Silvester. Zum dritten Mal in Folge in der Messe Leipzig. Wie schon die Jahre zuvor haben wir eine Ferienwohnung mit Tramanschluß gemietet und wollten den ÖPNV nutzen, dessen Nutzung im Ticket enthalten ist. Doch bleibt noch die Frage nach der Anreise.

Ich bin einigermaßen sensibilisiert, was meinen Umwelt-Fußabdruck betrifft. Und da der Chaos Communication Congress für mich primär eine (vermeidbare) Freizeitveranstaltung ist, möchte ich nicht unnötig die Umwelt belasten. Andererseits haben wir einiges an Zeug zu transportieren, was die Anreise mit Zug anstrengender macht. Bus wäre auch eine Option, aber bei knapp 2m Körpergröße bedanken sich spätestens nach einer Stunde die Knie.

Auto? Auto!

Nach einigem Hin- und her bin ich dann doch wieder beim Auto angelangt. Neben der größeren Flexibilität und der größeren, möglichen Gepäckmenge, kam ich zu dem Schluß, dass ich bei 3 Personen im Auto kaum mehr CO2 ausstoße als eine Zugfahrt, bei 4 Personen sogar weniger. Und billiger ist es so obendrein auch noch. Traurig, aber wahr

Die im den folgenden Überlegungen zugrundeliegenden Werte sind die tatsächlich verbrauchten Werte, keine Schätzungen mehr. Benutzt habe ich den CO2 Rechner von Quarks.

PKW im Vergleich zu anderen Fortbewegungsmitteln
PKW im Vergleich zu anderen Fortbewegungsmitteln

In der Summe auf das ganze Fahrzeug reden wir hier von 127,2kg CO2 Emission. Ein anderer CO2 Rechner bestätigt diese Zahlen grob, sodass sie mir einigermaßen plausibel erscheinen.

CO2 kompensieren

127 kg entsprechen bei atmosfair etwa 3€ Spendenbeitrag, die Mindestmenge beträgt aber 6€ – aber das passt so auch. Schließlich erzeugt das Leben vor Ort und der ÖPNV ebenfalls CO2. So habe ich nun ~260kg CO2 kompensiert, was 4 Menschen eine(n) CO2 neutrale(n) Anreise / Aufenthalt ermöglichen sollte.

Warum ich gerade atmosfair genommen habe? Nun, ich habe bei einer Internetrecherche keine Hinweise auf Fraud gefunden, und der Name tauchte auch schon einigemale in der Presse auf. Auch große Veranstaltungen wie “die Ärzte” Tour 2020 setz(t)en auf atmosfair. Natürlich schwingt auch ein bisschen die Hoffnung mit, dass diese Spende überhaupt etwas bringt und nicht in irgendwelchen Kassen versickert. Wir werden es in ein paar Jahren erfahren …

~1000km mit <35l Diesel? Wie?

Die ganze Kompensationsgeschichte ist so eine Sache. Falls es etwas bringt, wird die Auswirkung vermutlich erst spät zeitversetzt zu bemerken sein. Und währenddessen häuft sich unsere aller Umweltschuld weiter an. Also geht es mir vor allem darum, die Emissionen überhaupt gering zu halten.

934km in 13:27h bei 4,3l/100km
Ganzes Event mit allen Fahrten

Ich fahre einen 2014er Golf VII 1.6TDI. Das ist das Fahrzeug, welches ich besitze. Damit muss ich arbeiten. 🤷

Allgemeine Spritspartipps:

  • Früh hoch schalten
  • vorausschauend fahren
  • bergab und vor Stauungen mit eingelegtem Gang ausrollen lassen
  • Reisegeschwindigkeit max. 110km/h (2000 RPM)
  • Windschattenfahren (hinter LKW/Wohnmobil)
  • häufiges, unnötiges Beschleunigen / Bremsen vermeiden.
  • Tempomat benutzen, wo möglich
  • Klimaanlage vermeiden, wo es geht

Lediglich bei der Sitzheizung lass ich nicht mit mir verhandeln. Danke, chronische Rückenschmerzen. Der CO2- / Spritimpact ist aber auch kaum messbar. Heizung ist auch kein Problem, da die Energie aus der Motorkühlung stammt und eh anfällt, ob sie nun über die Innenradiatoren oder den Motorkühler abgeführt wird, ist irrelevant.

Hinfahrt

Bei der Hinfahrt am 26.12. war Feiertag, also wenige LKWs auf den Straßen. Hier war der Verbrauch etwas höher – die Zuladung aber ebenfalls.

Rückfahrt

Auf der Rückfahrt klebte ich mit Tempomat über weite Teile der Strecke hinter LKWs und Wohnmobilen. Hier ist aber auch das Abliefern aller Insassen an ihrer Wohnungstür sowie 2 Zwischenstopps enthalten.

475km in 6:19 bei 3,9l/100km
Rückfahrt alleine inkl. Zwischenstopps

Autor

Seit Kindheitstagen ist der Computer sein Begleiter. Was mit Linux anfing, wurde 2005 ein/e Beruf/ung, die weit über den Arbeitsplatz hinausgeht. Durch stetige Weiterentwicklung fasste er auch im *BSD Segment Fuß und bietet mittlerweile professionelle Lösungen im Bereich Hosting, Networking und Infrastruktur an. Als Ausgleich beschäftigt er sich neben Computerspielen mit der Fotografie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.